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Stellvertreter-Frage: Spielt die CSU auch in Hofkirchen ihre Macht aus?

 Hofkirchen

Seit der Wahl am 15. März sind die politischen Karten in Hofkirchen (3700 Einwohner) völlig neu gemischt. Im 16 Mitglieder starken Gremium hat die CSU mit acht Sitzen (plus Bürgermeister) die absolute Mehrheit und hat damit die lange SPD-Dominanz gebrochen. Diese verfügt nur noch über fünf Sitze (zwei weniger). Die ÜW blieb bei drei Mandaten. Spannendste Frage vor der konstituierenden Sitzung am kommenden Dienstag: Wer wird 2. und wer 3. Bürgermeister? Eine Spekulation.

In den vergangenen sechs Jahren hatte SPD-Bürgermeister Willi Wagenpfeil (18 Jahre im Amt) als Stellvertreter Georg Stelzer von der ÜW und Werner Lösl von der SPD. Josef Leizinger (CSU) war bei der geheimen Wahl überraschend nicht zum Zug gekommen. Die zuvor geschmiedete Allianz aus CSU und ÜW hielt nicht.

Doch nun sind die Vorzeichen anders. Die CSU kann – wenn sie will – allein darüber bestimmen, wer die Stellvertreter-Posten erhält – möglicherweise sogar alle aus den eigenen Reihen.

Das ist am Dienstag in Ortenburg passiert. Auch wenn es dort seit 1990 demokratische Gepflogenheit war, dass die CSU trotz absoluter Mehrheit einen Bürgermeisterposten einer Oppositions-Fraktion zukommen lässt, schlug die CSU für beide Stellvertreter einen CSU-Mann vor. Das kam außerhalb der CSU nicht gut an, zumal es einen SPD-Gegenkandidaten gab.

Diese Ereignisse wird Josef Kufner in Hofkirchen sicherlich in seine Überlegungen einfließen lassen. Möchte er es sich nicht gleich mit den anderen Fraktionen (SPD und ÜW) verscherzen, sondern einen Schulterschluss suchen, dann könnte er gut daran tun, einen von ihnen mit in die Führungsriege zu holen.

Dass die CSU den Posten des 2. Bürgermeisters für sich beansprucht, steht wohl außer Frage. Berücksichtigt Kufner das Votum der Wähler, drängen sich drei Markträte auf: Josef Leizinger (1697 Stimmen), Marianne Graf (1694) und Alois Wenninger (1658). Leizinger kommt wie Kufner aus Garham. Es ist guter Brauch in Hofkirchen, die Bürgermeisterposten regional aufzuteilen – also eher ungünstig für Leizinger, da auch Bürgermeister Kufner aus Garham kommt. Marianne Graf ist neu im Gremium – da gleich ein Bürgermeister-Posten? Eher nicht.

Alois Wenninger, der schon mal 3. Bürgermeister war, kommt aus dem „Mittelteil“ der Gemeinde und gehört dem Marktrat seit 30 Jahren an. Für ihn wäre der Stellvertreter-Posten eine Anerkennung seiner bisherigen politischen Arbeit.

Bliebe – regional gesehen – noch ein Posten für einen Hofkirchener. Die SPD rechnet sich keine Chance aus. „Ich bin noch nicht angerufen worden“, sagt Christian Pauli, der gegen Kufner kandidiert und nur 34,8 Prozent erreicht hatte. Er rechnet damit, dass die SPD leer ausgeht, was aber nicht heißt, dass die SPD keinen Kandidaten aus ihren Reihen vorschlägt. „Wir entscheiden das am Montag“, sagt Pauli.

Geht Kufner bzw. die CSU auf die ÜW zu, dann liegt Georg Stelzer auf der Hand. Stelzer (1463 Stimmen) hat in den vergangenen sechs Jahren gezeigt, dass er loyal zum Führungsteam steht. Bei der Abstimmung, ob der Bürgermeister künftig haupt- oder ehrenamtlich tätig sein soll, hatten CSU und ÜW an einem Strang gezogen.

Doch wie sich vor sechs Jahren zeigte: Die Wahl kann Überraschendes hervorbringen.

Josef Kufner hält die Fäden in der Hand. 
Josef Kufner hält die Fäden in der Hand

Alois Wenninger, seit 30 Jahren Marktrat.
Alois Wenninger, seit 30 Jahren Marktrat
Georg Stelzer hat gute Chancen.
Georg Stelzer hat gute Chancen.

Quelle: pnp.de   —Helmuth Rücker
Mehr im Vilshofener Anzeiger vom 05.05.2020 oder unter PNP Plus nach einer kurzen Registrierung

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